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Hessencup 2006

HESSENCUP 2006 in Rosbach

Vom 30.09.-1.10.2006 wurde erstmalig der „Hessencup“ auf der Rosbacher Vereinsanlage ausgetragen.
Dieses Mannschaftsturnier setzt sich aus ähnlichen Prüfungskomponenten wie der schon bekannte Bayerncup zusammen. Gemeldet waren 13 Mannschaften, die sich aus jeweils 4 Reitern zusammensetzten.
Jedes Team hatte sich als Mannschaft durch ein Motto und dazu passender Kleidung kenntlich zu machen.
Gute Gang- oder erfolgreiche Sportpferde waren auf diesem Turnier noch lange kein Garant für einen Platz auf dem Treppchen, denn gefragt war vor allem die Vielseitigkeit von Pferd und Reitern. Ja, auch von den Reitern! Denn neben den Tölt-, Mehrgang und Dressurprüfungen konnten die Mannschaften ihre Kondition beim Staffellauf zu Fuß unter Beweis stellen, sei es beim Sackhüpfen, Balancieren auf Stangen, Eierlauf oder beim Zeitrennen über Bänke hinweg und unter Tischen hindurch. Erstaunt musste so mancher feststellen, wie groß so seine Ovalbahn doch von „unten“ betrachtet ist und dass einem schon nach einer halben Runde die Puste ausgeht. Schnell ging es außerdem beim Trab-, Tölt- und Fahnenrennen zu.
Neben diesen geforderten Prüfungen, die die Teams je nach Können und Stärken der Pferde, bzw. Reiter unter sich aufteilen konnten, gab es außerdem noch die Mannschaftsprüfungen, d.h. drei gemeinsame Aufgaben: Die Mannschaftsgeschicklichkeit, den Mannschaftsviergang und die Mannschaftspräsentation.
In der Geschicklichkeit gab es vier Stationen, für jeden Reiter jeweils eine, genauso wie in der Viergangprüfung, in der jeder seine beste Gangart vorstellte.
Viel zu lachen gab es dann auch am Samstagabend, als den überraschten Mannschaften mitgeteilt wurde, dass der nächste Pflichtteil aus einem Karaokewettbewerb am abendlichen Reiterball besteht.
Ausgerüstet mit Mikrofonen und dem Text auf dem Bildschirm musste sich dann wirklich jeder überwinden, seine mehr oder weniger vorhandene Musikalität und Taktgefühl zu präsentieren.
Trotz dem Spaß, den wir dabei hatten, waren wir dennoch froh am nächsten Tag zu erfahren, dass diese Einlagen nicht zur Bewertung zählen, denn wir hätten mit unserem ausgewählten Lied „Schnappi“ wahrscheinlich nicht die allergrößten Chancen gehabt.
Die Mannschaftspräsentation war dann am Sonntagvormittag auf der Ovalbahn:
Gefordert war eine Aufführung mit oder ohne Pferd und natürlich passend zum Motto.
Zu sehen gab es viele Quadrillen, ordentliche, aber auch chaotische, eine Gruppe mit beeindruckenden spanischen Lektionen, schöne Musik und aufwendige, fantasievolle Verkleidung („Cats“) , eine lustige Nachahmung von Schuh des Manitu und einfallsreiche Kombinationen von Turnakrobatik am Boden und zu Pferd.
Unsere Mannschaft, bestehend aus Jana Köthe, Lisa Schreiner,(beide Hessen) Ronja Kunert und Hanna Lanz(beide IPZV Unterfranken), fielen mit unserer Aufführung ein wenig aus der Reihe. Wir hatten nämlich das Handicap, dass wir kein einziges Mal vor dem Turnier proben konnten, weil die Entfernung zu groß war. (Kassel – Wildflecken)
Passend zu unserem Motto „Die Herzensdamen“ führten wir eine abgeänderte Form der Verkupplungsshow „Herzblatt“ auf, indem das „Lonely Heart“ Hrani einen neuen Besitzer sucht und seinen drei Kandidaten Fragen zur Erleichterung seiner Entscheidung stellt. Die verschiedenen Charaktere, der Sportreiter, der Freizeitreiter und das kleine Wendy-Mädchen, brachten natürlich für sie typische Antworten und hatten damit die Lacher auf ihrer Seite.

Auf z.B. die Frage „Mit welchen kulinarischen Genüssen kannst du mich bei einem romantischen Candle-Light-Dinner verwöhnen?“ hatte so der Sportreiter mineralhaltiges, muskelaufbauendes und auf den Bluthaushalt abgestimmtes Reformhausmüsli anzubieten, das Kind dachte spontan an Omis Plätzchen und der Freizeitreiter fand ganz nüchtern, dass es durchaus genug sei, wenn er seinem Zukünftigen 2m Gras auf der Weide weitersteckt.
Am Ende entschied sich Hrani dann für das kleine Mädchen mit Zöpfen, die anderen bekamen jeweils eine weiße Rose, bevor die Wand sich öffnete und die beiden sich in den Armen lagen. Mit Andrea Kunert hatten wir außerdem eine sehr überzeugende „Susi“ die mit herzerweichender Stimme, viel Einfallsreichtum und Spontaneität (vor lauter Aufregung war der Zettel verloren gegangen) die Kandidaten bei passender Herzblattmusik zusammenfasste.
Beim Aufmarsch aller Teilnehmer wurden dann die Hessencup-Sieger geehrt und wir zitterten bis zum Schluss, ob wir unseren Vorsprung halten konnten, denn einige Mannschaften waren uns zwischenzeitlich dicht auf den Fersen.
So erhielt z.B. Leonie Kunert in der Mannschaft „Women in Black“ mit ihrer Stute Sivör die Höchstbeurteilung in den Gangprüfungen beim Zügelüberstreichen mit der Punktzahl 7,5 und konnte damit ihre Mannschaft einig Plätze nach vorne schieben.
Zu unserer Freude schafften wir „Herzensdamen“ es aber trotzdem, den Hessencup-Sieg mit nach Hause zu nehmen. Zu Schleppen wäre besser gesagt, denn der riesige Wanderpokal lag als schwere Last bei der Ehrenrunde in den Händen. Sehr spendabel erwies sich der Rosbacher Verein, denn jeder Teilnehmer erhielt eine Plakette und ein Präsent, bis zum fünften Platz gab es Schleifen und die Pokale könnten so manchen aus größeren Turnieren die Show stehlen. Außerdem erhielten wir Herzensdamen Schärpen und jede Menge Präsente wie Futtermittel, Putzzeug, Huföl etc. und außerdem einen riesigen Futtersack, sodass wir voll bepackt die Heimreise antreten konnten.
Aber es gab nicht nur Spaß und Freude, sondern auch einige Missgönner und Neider, die unser Auftreten als Turnierreiter und Kadermitglieder kritisierten, die ohne Anstrengung alle Treppchenplätze belegen würden und auf einem Freizeitturnier nichts zu suchen hätten.
Dem konnten wir aber frei nach dem Motto „Mitleid gibt’s kostenlos, Neid muss man sich erarbeiten“ lächelnd entgegentreten, denn ohne unsere gute Aufführung (die uns viel Vorbereitungsmühe gekostet hat), den ersten Platz beim Staffellauf zu Fuß und Janas phänomenalen todesmutigen Rekordlauf im gestreckten Galopp beim Fahnenrennen, bei dem die Richter nur noch in Deckung springen konnten, wären wir längst nicht unter die ersten drei gekommen.
Was allerdings stimmt und auch schade ist, ist dass viele gute Reiter aus Hessen nicht teilnahmen und so insgesamt das reiterliche Niveau dem eines Freizeit- oder Hausturniers entsprach, sodass es kein Wunder war, dass wir mit unseren Pferden aus der Reihe fielen.
Aber es bleibt zu hoffen, da der Hessencup ja in den Anfängen steht, dass er sich mehr Beliebtheit erfreut und auch die Sportreiter darin ein superspaßiges, spannendes Saisonabschlussturnier sehen.
Ich denke, ich spreche für meine Mannschaft, wenn ich sage, dass wir die Teilnahme nicht bereuen und es für uns sogar das schönste und lustigste Turnier in diesem Jahr war, bei dem man zur Abwechslung nicht alleine kämpft, sondern als Mannschaft und so Schwächen und Stärken gemeinschaftlich ausgleichen kann. Und natürlich ist es wahnsinnig spannend, wie der aktuelle Punktestand steht, jedes Zwischenergebnis wird bibbernd abgewartet und der Teamgeist innerhalb der Mannschaft wirkt unglaublich motivierend und anstachelnd.
Also, liebe Vereinsmitglieder, streicht euch jetzt schon im Kalender den nächsten Hessencup rot an und seid mit dabei, wenn 2007 der 2.Hessencup der Geschichte in Söhrewald bei Kassel stattfindet…
Hanna Lanz